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Artikel 99: Die Schlosskirche „Sankt Trinitatis“ in Eisenberg:



Als Herzog Christian von Sachsen-Gotha im Jahre 1677 ein Teil des ehemaligen Fürstentums Sachsen-Altenburg zugesprochen wurde, erwählte er Eisenberg zu seinem Residenzsitz. Er ließ die baufälligen und desolaten Gebäude einer früheren Schlossanlage abtragen und begann unter dem Namen „Christiansburg“ mit einem völligen Neubau, der 1680 bezugsfertig war.
Eisenberg Schloss Christiansburg
Im Jahre 1679 wurde an der Ostwand mit dem Anbau einer Schlosskirche begonnen. Diese wurde 1692 unter dem Namen „St. Trinitatis“ feierlich geweiht. Durch den Tod des Herzogs im Jahre 1707 erfolgte bereits wieder die Auflösung des kleinen Herzogtums Eisenberg. Das Schloss Christiansburg verlor seine Bedeutung.
In den letzten Jahrzehnten wurden Schloss und Kirche umfangreich saniert mit dem Versuch, die ursprüngliche Gestaltung aus dem 17. Jahrhundert wieder herzustellen. Das Areal gilt als Musterbeispiel des Thüringer Barock. Nach verschiedener Nutzung zu Wohnzwecken, als Eisenberger Rathaus und Sitz des Rat des Kreises ist Christiansburg heute Domizil des Landrates des Saale-Holzland-Kreises und in der Regel leider nicht öffentlich zugänglich.
Die Schlosskirche gehört zu den schönsten Barockkirchen Thüringens.
Die Eisenberger Schlosskirche.
Sie hat alle Veränderungen der vergangenen Jahrhunderte gut überstanden.
Italienische Stukkateure gestalteten das Gotteshaus aus. Zu nennen wären u. a. Quadro, Caroveri, Tavelli und Brentani. Selbst die Wendeltreppen zu den Emporen sind reich verziert.
Treppenaufgang in der Schlosskirche Eisenberg.

Im gesamten Kirchenraum befinden sich eindrucksvolle Stuckarbeiten. Bedeutende Wand- und Deckenmalereien entstanden durch den kurfürstlich-sächsischen Hofmaler Harms aus Dresden. Das Altargemälde stammt vom Gothaer Kammermaler Block.
Altargemaelde in der Schlossskirche Eisenberg.
Die Buchstaben über dem Altar bedeuten „Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit“ - VDMIAe. Die zweigeschossige Orgel, ursprünglich gebaut vom Orgelbauer Donat aus Leipzig, später durch den Hoforgelbauer Trost aus Altenburg erweitert und umgebaut, besitzt 21 Register und zählt zu den bedeutendsten Instrumenten im thüringisch-sächsischen Raum.
Orgel in der Schlosskirche Eisenberg.
Bis zum Jahre 1958 fanden in der Kirche Gottesdienste statt, danach wurde sie instandgesetzt und diente nur noch zu Konzerten.
Im Jahre 1992 wurde „St. Trinitatis“ nach erneuter umfangreicher Sanierung zum 300-jährigen Jubiläum wieder als Kirche geweiht. Neben Gottesdiensten und Trauungen wird sie heute auch vielfach zu Konzerten genutzt.
Besichtigungen sowie Führungen sind täglich, außer Montags, möglich.
Lohnenswert ist auch ein Bummel durch die interessante Altstadt Eisenbergs.
Eisenberger Rathaus und Stadtkirche.
Das bekannte Mohrendenkmal auf dem Marktplatz erinnert an eine Sage.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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