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Artikel 73 für Ausgabe 09/2012 der Kahlaer Nachrichten - Die siebenbogige Werrabrücke und die Liboriuskapelle in Creuzburg:

Eingebettet in der lieblichen Werralandschaft liegt der Ort Creuzburg,
Blick auf die Creuzburg an der Werra.
vor allem bekannt durch seine große Burganlage, in der die legendäre Heilige Elisabeth vor rund 800 Jahren zeitweise lebte und wirkte. Beim Anfahren dieses Städtchens aus Richtung Eisenach entdeckt man zur Rechten die mittelalterliche Brücke über den Fluss mit der angrenzenden Liboriuskapelle.
Die Historische Werrabrücke in Creuzburg.
Die ursprüngliche Brücke wurde im Jahre 1223 durch den Gemahl der Hl. Elisabeth, den Thüringer Landgrafen Ludwig IV., errichtet. Er ließ sie zu Ehren seines erstgeborenen Sohnes bauen. Sie war zu dieser Zeit ein außerordentlich wichtiger Übergang am Handelsweg „via regia“.
Erst im Jahre 1747 wurde die Werrabrücke generalüberholt. Auch nach ihrer Teilzerstörung im zweiten Weltkrieg erfolgte der Wiederaufbau in der alten Form. Die denkmalgeschützte Brücke gilt damit als die älteste Natursteinbrücke im mittleren und östlichen Deutschland.
Die am Brückenende errichtete Kapelle entstand erst im Jahre 1499 an Stelle eines hölzernen Vorgängerbaus. Sie wurde dem Heiligen Liborius geweiht, der im 4. Jahrhundert als Nothelfer galt.
Die Liboriuskapelle in Creuzburg.

Die Kapelle wurde ein viel besuchter Wallfahrtsort.
Im Inneren wurde sie 1520 mit Fresken aus der Lebensgeschichte der Hl. Elisabeth und der Christusgeschichte ausgemalt.
Die Bedeutung als Wallfahrtsort fand aber mit Einführung der Lutherischen Lehre und der Schließung des Creuzburger Klosters im Jahre 1528 ihr baldiges Ende. Die Bemalung im Innenraum wurde übertüncht.
Die Kapelle wurde nun als evangelische Kirche genutzt und neu gestaltet. Sie bekam u. a. farbige, mit Glasmalereien versehene Fenster.
1932 entdeckte man die Bemalungen aus der Gründungszeit wieder und legte diese über mehrere Jahre frei.
Wiederentdeckte Fresken in der Liboriuskapelle in Creuzburg.
Die stark verblassten Fresken kann man heute in einer Fotoausstellung in der Creuzburger Stadtkirche besichtigen.
Die 1945 durch Brückensprengungen entstandenen Folgeschäden an der Bausubstanz der Kapelle wurden bis 1955 behoben und man baute in Nähe eine dem wachsenden Straßenverkehr angepasste moderne Brücke. Anlässlich des Elisabethjahres 2007 erfolgten weitere Sanierungen und auch archäologische Grabungen im Inneren.
Grabungen in der Liboriuskapelle Creuzburg.
Die Kapelle ist ein einschiffiger Bau und misst ca.13 x 9 m. Da sie auf einem kleinen Felssporn steht, wurde sie nach Nordosten ausgerichtet. Das Kirchenportal im Süden ist noch im Original erhalten. In einer Inschrift ist der Baubeginn 1499 noch lesbar.
Inschrift am Eingangsportal der Liboriuskapelle in Creuzburg.
Interessant sind die drei gotischen Fenster auf der Rückseite der Kapelle. Man vermutet, dass der unbekannte Baumeister süddeutschen oder italienischen Einflüssen folgte.
Ursprünglich gab es auch einen angrenzenden den Flussübergang schützenden Wehrturm.
Gut erreichbar ist Creuzburg über die A 4 - Abfahrt Eisenach-West.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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