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Artikel 35 für Ausgabe 10/2009 der Kahlaer Nachrichten - Die Burg Ranis und die Ilsenhöhle:

Weithin sichtbar liegt über dem Städtchen Ranis die gleichnamige mit schönen Volutengiebeln geschmückte Burg.
Volutengiebeln geschmückte Haupt-Burg Ranis
Sie steht auf einem etwa 400 m langen für diese Gegend typischen Zechsteinriff.
Man geht davon aus, dass sich im angrenzenden Tal einmal der alte Saalelauf befand, von Saalfeld über Pößneck bis nach Orlamünde, heute zum Teil von der Orla durchflossen.
Die Gegend ist - bewiesen durch viele Funde - schon hunderttausend Jahre vor unserer Zeitrechnung bewohnt worden. Auch ein freigelegter Friedhof mit über 100 Gräbern weist auf eine Besiedelung durch Kelten vor der Zeitenwende hin.
Die Burg Ranis wurde erstmals im Jahre 1084 urkundlich als Castrum Ranis erwähnt. Sie weist wie fast alle Burgen unserer Gegend sehr wechselvolle Besitzverhältnisse auf. Anfangs diente die Burg als Grenzfeste des Saale-Orla-Gaus gegenüber den Slawen, als Kaiserpfalz und später den Schwarzburgern und den Wettinern als Befestigungsanlage. 1463 werden die Brandensteiner, später die Familie von Breitenbuch als Besitzer genannt. Die Burg Ranis ist eine noch recht gut erhaltene sehr große Burganlage mit einer mächtigen über eine Zugbrücke erreichbaren Vorburg.
Vorburg Ranis
Vorburg Ranis

Heute befindet sich hier ein von der Stadt Ranis betriebenes Heimatmuseum, das neben den interessanten Baulichkeiten auch über die Geschichte der Region, die Geologie und die Seismologie (Moxa) informiert.
Museum Burg Ranis
Nach einer grausigen Legende soll beim Bau der Burganlage ein Säugling als Bauopfer eingemauert worden sein. Dies scheint tatsächlich auf historischen Tatsachen zu beruhen, denn bei Abbrucharbeiten an der Kapelle wurden 1868 Schädel und Knochen eines Säuglings und weitere Gegenstände aus dem 14. Jahrhundert geborgen.
Natürlich kann man im Museum auch etwas über die sich unterhalb der Burg im Felsen befindliche Ilsenhöhle erfahren. Diese sagenumwobene Höhle kann besichtigt werden. Sie ist bis 15 m breit, bis 10 m hoch und setzt sich unter der Burg in kluftartige Hohlräume bis 10 m Länge in das Riffinnere fort. Bei umfangreichen Ausgrabungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden viele Fundstücke von der Steinzeit bis in das Mittelalter geborgen, datiert und gesichert.
Die Ilsensage ist leider zu umfangreich und kann hier nicht wiedergegeben werden. Ilsa wartet als Drude noch heute auf ihre Befreiung und Erlösung aus der Verbannung des Zauberriesen im Inneren des Burgberges.

Etwa 1 km von Ranis entfernt kann man seit kurzer Zeit wieder das Schloss Brandenstein besuchen. Von der Burgterrasse hat man einen schönen Blick auf die Burg Ranis.
Blick von Brandenstein auf die Burg Ranis
Tourvorschlag:
Hinfahrt über Orlamünde-Pößneck-Ranis, Rückfahrt über Pößneck-Neustadt(Orla)-Hummelshain.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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