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Artikel 9 für Kahlaer Nachrichten Nr. 7/2008 - Klosterruine Stadtroda und Rotes Tor:

Unsere Nachbarstadt Stadtroda liegt nicht nur sehr romantisch im Rodatal, sie hat auch eine weitgehend
sanierte interessante Altstadt mit mehreren Kirchen aufzuweisen. Am Rand des Stadtkerns in Richtung Bahnhof steht die Ruine eines imposanten großen Klosters, das Zisterzienser Nonnenkloster Klosterroda.
Es wurde im Jahre 1240 durch die Herren von Lobdeburg gegründet und hat wie die meisten Klöster eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen.
Bereits im Jahre 1247 erhielt das Nonnenkloster einen Schutzbrief des Papstes und 1358 von Kaiser Karl IV. Im Laufe der Zeit verfügte es über viele weit verstreute Besitzungen und Rechte, u. a. die Gerichtsbarkeit.
Überschwemmungen der Roda, mehrmalige Brände, Plünderungen durch Raubritter, aber auch kirchlich beklagenswerter Sittenverfall der zu strengster Enthaltsamkeit verpflichteten Nonnen führten immer wieder zu ernsten Problemen.
Die Reformation erzwang letztendlich im Jahre 1534 die Auflösung des Klosters.
Es wurde dann sowohl als Bier- und Weinkeller, als auch als Wohnraum genutzt.
Ab 1560 fanden große Teile der Klostermauern bei den Rodaer Bürgern als Baumaterial Verwendung.
So verfiel der Kirchenbau zusehends und wurde zur Ruine.
Klosterruine Stadtroda
Klosterruine Stadtroda

Um 1900 erfolgten erste archäologische Ausgrabungen und später mehrfach Sanierungen der noch vorhandenen Bausubstanz. Besonders interessant sind für die Geschichtsforscher auch mehrere an einer Mauer im Innenraum aufgestellte Grabplatten. Verschiedene Steine tragen dem Malteserkreuz ähnelnde Gravuren.

Die an der Roda liegende Klosterruine ist jederzeit kostenlos zugänglich.

Eine weitere sagenumwobene Sehenswürdigkeit in Stadtroda ist das noch erhaltene „Rote Tor“ der ehemaligen Stadtbefestigung.
Stadttor (Rotes Tor) Stadtroda
Die folgende Legende soll sich zugetragen haben:
Weil im Jahre 1450 bei einer Streitigkeit um Braurechte der zuständige Torwächter den Riegel zur Torschlaufe nicht finden konnte, ersetzte er ihn durch eine Möhre. Diese wurde von einer Ziege gefressen und das Kriegsvolk des Grafen Heinrich von Gera nahm daraufhin die Stadt ein.
Seitdem tragen die Stadtrodaer den Spottnamen „Möhrenschaber“.

Das spätbarocke Schloss über der Stadt beherbergt heute das Amtsgericht des Saale-Holzland-Kreises.
Eine Besichtigung der Räumlichkeiten ist nicht möglich.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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