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Artikel 88 für Ausgabe 16/2013 der Kahlaer Nachrichten - Der Spring von Plaue und das Schloss Elgersburg im Ilmkreis:

Der „Spring von Plaue“ ist ein einzigartiges Naturdenkmal.
An 13 Stellen einer großen Muschelkalkplatte am Ortsrand von Plaue treten pro Sekunde etwa 600 bis 800 Liter Wasser - unabhängig von der Jahreszeit - aus dem Bergmassiv aus und bilden hier einen ansehnlichen kleinen Bach.
Plauer Spring, Karstquelle
Der „Spring“ ist damit die bedeutendste und ergiebigste Karstquelle Thüringens. Ursprung dieser kristallklaren mineralreichen Quelle ist vor allem die bei Liebenstein teilweise im Berg versickernde „Wilde Gera“ aber natürlich auch das Wasser von Niederschlägen in der Umgebung.
Bereits im Jahre 1893 bewies man bei einem Versuch, dass das Wasser der „Wilden Gera“ nach einigen Stunden wieder am „Spring“ hervorsprudelte. Der längere Zeitraum bis zum Wiederaustreten des Wassers scheint der Beweis zu sein, dass es im Berginneren ein großes Hohlraumsystem mit einem See geben muss.
Am „Plauer Spring“ gibt es einen kleinen schönen Wanderweg mit Bänken. Nicht weit von Plaue liegt auf 500 m Höhe am Nordrand des Thüringer Waldes der hübsche Ort Elgersburg mit seiner den Ort überragenden gleichnamigen Schlossanlage.
Schloss Elgersburg
Diese zählt zu den schönsten und ältesten Schlössern Thüringens. Die auf einem steil abfallenden Porphyrfelsen errichtete Burganlage der Grafen von Kevernburg und Herren von Witzleben ist nur in den Fundamenten noch vorhanden. Sie wurde nach 1088 als Schutz- und Trutzburg des Gerhard Edler von Grumbach, auch Elger genannt, umgebaut. Davon ist auch der heute gebräuchliche Orts- und Schlossname abgeleitet worden.
Schloss Elgersburg

In einer Schenkungsurkunde wurde die Burg 1139 erstmals erwähnt.
Sie diente vor allem zur Sicherung der vorbeiführenden ständig durch Raubritter gefährdeten fränkisch-thüringischen Handelswege.
Der von den Besitzern der Elgersburg angebotene Geleitschutz war eine gute Einnahmequelle.
In der Burg- und Schlossgeschichte gab es viele Besitzerwechsel. Im Jahre 1802 erwarb die Herzoglich-Gothaische Regierung die Anlage.
Erwähnenswert ist, dass in den vergangenen Jahrhunderten die Elgersburg nie erobert wurde.
1905 erwarb Freiherr von Frege-Welzin , er war Reichskammerherr und Finanzberater von
Kaiser Wilhelm II., die Burg und ließ sie umfassend als Schloss umbauen. Aus dieser Zeit stammen die zahlreichen Jugendstilelemente.
Schloss Elgersburg
Noch vorhanden ist der 1567 errichtete runde Wehrturm mit seinem 6 m tiefen Verlies. Er besitzt Kugelscharten mit einem beweglichen Steinauge.
Schon 1912 wurde das Schloss durch die Maria-Agnes-Stiftung als Alterswohnsitz adliger Damen genutzt, später auch als Erholungsheim. 1953 bis 1989 war es dann FDGB-Ferienobjekt.
Schloss Elgersburg - Innenhof
Das Schloss befindet sich heute im Besitz der Gemeinde und kann über die im Areal befindliche Touristinformation in einer Führung besichtigt werden.
Im Schloss befindet sich ein Trauzimmer und in verschiedenen Räumlichkeiten können private Feiern durchgeführt werden.
Schloss Elgersburg - Saal
Auch werden im Schloss wechselnde Ausstellungen angeboten.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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