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Artikel 86 für Ausgabe 12/2013 der Kahlaer Nachrichten - Die Burgruine Greifenstein:

Etwa 200 m über Bad Blankenburg liegt auf einem Felskegel des Hausberges die mittelalterliche Burgruine Greifenstein.
Die Burgruine Greifenstein über Bad Blankenburg.
Sie zählt mit ihren etwa 20.000 qm Grundfläche zu den größten Burgruinen Deutschlands.
Ihrem ursprünglichen Namen Castrum Blancinberg - wahrscheinlich abgeleitet von den hellen (blanken) Kalksteinbergen - verdankt der darunter liegende Kurort seine Bezeichnung.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen sind strittig.
Aus dem Jahre 1208 gibt es eine gesicherte Erwähnung der Burganlage. Bodenfunde dieser Zeit stützen dieses Datum als Hauptentstehungszeit.
Die Nutzung als Anlage gegen Sorbeneinfälle ist nicht belegt.
Die ursprüngliche mit Wällen und Palisaden geschützte Felsenburg wurde in fünfeckiger Form neu angelegt , erweitert und zwei umlaufende Wallgräben entstanden. Die Anlage bestand nun aus drei Vorburgen und einer durch Mauern, Tor und Zugbrücke gesicherten Hauptburg.
Zugbrücke Greifenstein.
Neue Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden errichtet und auch eine Kapelle ist nachgewiesen.
Für Verteidigungen dienten ein Zwinger und sechs runde Basteien.
Verteidigungsbasteien Greifenstein.
Für die notwendige Wasserversorgung wurden zwei Brunnen gegraben und eine Zisterne unter dem Burghof angelegt.
Über Jahrhunderte war die Burg im Besitz der Schwarzburger Grafen, verlor aber schon bald an Bedeutung.
Sie diente u. a. auch als Gefängnis meist hochgestellter Persönlichkeiten, z.B. von Herzog Albrecht von Mecklenburg.
Ein markantes Datum für die Besitzer der Veste ist der 30. Januar 1349. An diesem Tage wurde Graf Günther XXI. von Schwarzburg-Blankenburg in Frankfurt am Main zum deutschen König (Gegenkaiser Karl IV.) gewählt. Er verstarb jedoch schon Mitte des gleichen Jahres vermutlich an der Pest.
Nach 1525 begann wegen finanzieller Probleme bereits der Verfall der Burganlage.
Die Schwarzburger Grafen wählten nun ihre Hauptresidenzen Schwarzburg und Rudolstadt als Wohnort.
Erst in der Zeit um 1700 entstand der Name Greifenstein für die Burgruine.
1785 stürzte der Bergfried nach Schatzgrabungen ein.

Nach 1821 begann ein Teilwiederaufbau. 1860 eröffnete man eine Burggaststätte auf dem Greifenstein. Der Bergfried und der Palas entstanden unter Leitung der „Burggemeinde Greifenstein“ neu und wurden 1928 fertiggestellt.
Bergfried der Burgruine Greifenstein.
Das Gelände um die Burganlage wurde zum Naturschutzgebiet erklärt.
Ab 1965 begannen umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsarbeiten, die bis zum heutigen Tag andauern.
Die Burgruine Greifenstein.
Seit dieser Zeit wurden Festspiele und viele Burgfeste durchgeführt.
Der Bergfried ist für Besucher sicher ersteigbar und bietet u. a. einen wunderbaren Rundblick in das bei Bad Blankenburg beginnende Schwarzatal sowie in das Saaletal mit Saalfeld und den Kulmberg.
In der Vorburg entstand 2005 ein Adler-, Eulen- und Falkenhof, in dem täglich (vorausgesetzt eine Mindestbesucherzahl) sehenswerte Flugvorführungen unterschiedlicher Greifvögel angeboten werden.
Greifvogel der Falknerei der Burgruine Greifenstein.
Die Burgruine Greifenstein kann von Bad Blankenburg aus gut erwandert werden. Eine Fahrstraße führt vom westlichen Ortsende aus bis kurz unter die Ruine. Dort ist ein Parkplatz ausgeschildert.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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