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Artikel 84 für Ausgabe 7/2013 der Kahlaer Nachrichten - Die Burgruine Normannstein über Treffurt (Werra):

Über dem Städtchen Treffurt mit seinem wunderschönen Altstadtkern befindet sich,
Die Altstadt von Treffurt.
weithin sichtbar, die noch in ihren Ursprüngen gut erhaltene romanische Burgruine Normannstein, eine der ältesten deutschen Burgen. Es wird eine Entstehung um das 9. Jahrhundert zur Sicherung des damals einzigen Werraüberganges zwischen Creuzburg und Wanfried angenommen.
Die Burgruine Normannstein über Treffurt (Werra).
Die Anlage wurde im 12. Jahrhundert durch die Herren von Treffurt mit den in der Gegend vorhandenen Muschelkalksteinen als Wohn- und Wehrburg umgebaut.
Zwei viereckige Türme und ein tiefer Graben schützten die Anlage vor Angreifern.
Die adligen Besitzer unterstanden dem Thüringer Landgrafen und hatten in seinem Auftrag die in der Umgebung liegenden Dörfer zu verwalten. Da die Treffurter aber, ihre Burg lag unmittelbar an der hessischen Grenze, als Raubritter ihre Befugnisse weit überschritten, wurden sie nach zweimaliger Belagerung durch den Mainzer Erzbischof sowie die Thüringer und Hessischen Landgrafen im Jahre 1336 endgültig zur Aufgabe gezwungen.
Der eroberte Besitz wurde nun durch drei Amtsleute („Ganerbschaft“) gemeinschaftlich verwaltet.
Doch die gemeinsame Nutzung endete schon im 16. Jahrhundert. In dieser Periode wurde erstmals der heute geläufige Name „Normannstein“ verwendet.
Die Ruine Normannstein.
Seit dem 17.Jahrhundert wurde die Anlage zum Teil abgetragen und verfiel zusehends.
1807 erhielt das Königreich Westfalen durch Napoleon I. die Burg zugesprochen, 1805 wurde sie preußischer Besitz.

1894 erwarb der Rittergutsbesitzer Gustav Döring die noch vorhandenen Baulichkeiten und errichtete im ehemaligen Kapellenhaus eine viel besuchte Gaststätte.
Die Gaststätte mit Rundturm Burg Treffurt.
Erst im 20. Jahrhundert begann man mit einer systematischen Grabung und dem Erhalt der noch vorhandenen ursprünglichen Bausubstanz. Die innere Ringmauer wurde an verschiedenen Stellen wieder aufgebaut.
Der fensterlose Rundturm gehört zu den ältesten Teilen der Burganlage. Zwei weitere unterschiedlich hohe und heute überdachte Vierecktürme dienten als Wohn- und Wehrturm.
Der Museumsturm Burg Treffurt.
Eine Zisterne wurde bis heute nicht gefunden. Wahrscheinlich erfolgte die Wasserversorgung über eine unterhalb der Burg liegende Quelle (heute Normannsteinquelle). Durch die unmittelbare Lage an der innerdeutschen Grenze musste die Gaststätte 1971 schließen. Der Jugendclub der Stadt Treffurt widmete sich danach glücklicherweise dem Erhalt der Burganlage und rettete viele Teile vor dem endgültigen Verfall. Zwischen 1995 und 2008 erfolgten eine umfassende Sanierung sowie archäologische Untersuchungen und so konnte auch 2008 die Gaststätte neu eröffnet werden.
Inzwischen ist der Normannstein wieder ein beliebtes Ausflugsziel.
Im hohen, mit schönen repräsentativen Fensteranlagen (Triforien) gestalteten Viereckturm befindet sich ein kleines Museum. Es zeigt informativ die Burggeschichte sowie die mehrerer interessanter, in der Nähe liegender, weiterer
sehenswerter Werraburgen. Dieser Turm ist über eine neu eingebaute Treppenanlage begehbar und man hat von oben einen wunderbaren Blick nach Treffurt und in das Werratal.
Blick vom Normannstein über das Werratal.
Unmittelbar vor der Burg befindet sich ein Parkplatz.
Nutzen Sie auch den Aufenthalt im malerischen Ort Treffurt.
Empfehlenswert ist eine Anfahrt über Eisenach und Creuzburg.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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