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Artikel 83 für Ausgabe 5/2013 der Kahlaer Nachrichten - Schloss Landsberg bei Meiningen:

Am Ausgang der Haßfurtschlucht erhebt sich auf einem Muschelkalkhügel das Schloss Landsberg.
Schloss Landsberg - historische Ansicht.
Bild: Thüringen von A. Scobel 1910

Der Ursprung der Baulichkeiten auf dem Berg wurde schon im 11. Jahrhundert dokumentiert als Burg Landeswehre.
Diese diente dem fränkischen Bistum Würzburg als Schutzanlage in nördlicher Richtung. Hier an der Werra verlief einst die wichtige Handelsstraße von Gotha über Würzburg nach Frankfurt am Main.
Im 14. Jahrhundert im Hennebergischen Besitz, wurde Burg Landeswehre durch Blitzschlag teilweise beschädigt und später im Bauernkrieg 1525 vollständig zerstört und unbewohnbar.
Auch der anfangs noch intakte Hauptturm wurde 1682 gesprengt. Das Baumaterial verwendete man vor allem zum Bau des nur 4 km entfernten Meininger Residenzschlosses Elisabethenburg.
Nur noch der schräg stehende Turmrest und ein Brunnenschacht sind von Landeswehre erhalten geblieben.
Turmrest Schloss Landsberg.
1793 erwarb Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen den Burgberg mit der Ruine, doch erst im Jahre 1836 begann man unter Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen nach dem Vorbild englischer Adelssitze das heutige Schlossensemble im neugotischen Stil zu erbauen. Anregung für diesen Baustil waren mehrere Besuche des Herzogs bei seiner älteren Schwester Adelheid (ab 1830 Queen Adelaide)
in England.
Das Schloss Landsberg.

Das ursprünglich als Lustschloss erbaute Landsberg wurde aber selten bewohnt und diente später zur Unterbringung herzoglicher Kunstsammlungen, die durch die Bevölkerung besichtigt werden konnten.
Nach 1920 wurde das Schloss mehrfach veräußert, ab 1945 war es Altenheim, Bildungszentrum und später ein DDR-Luxushotel, das nach der Wende zeitweise durch Prinz Friedrich-Ernst von Sachsen-Meiningen weitergeführt wurde.
Interessant ist die am „Nürnberger Erker“ des Nord-West-Turms angebrachte Löwenkopfkonsole.
Bei einem Besuch der Gasträume des Hotels ist es möglich, den Schlossturm zu ersteigen und die herrliche Aussicht in das Werratal zu genießen. Die Stadt Meiningen ist greifbar nahe zu sehen und in der Gegenrichtung Walldorf,
Blick auf Walldorf vom Schloss Landssberg aus.
bekannt durch seine Märchenhöhle und die leider 2012 weitgehend abgebrannte historische Wehrkirche.
Im Schloss sollte man auch keinesfalls versäumen, den Rittersaal zu besichtigen.
Der Rittersaal Schloss Landsberg.
Er gilt als bedeutendster neugotischer Saal Thüringens. Seine Ausstattung besteht vor allem aus reich verziertem Eichenholz. Auf den Ölgemälden an den Wänden werden Szenen der wettinisch-sächsisch-thüringischen Geschichte dargestellt. Die Saaldecke zieren ernestinische Wappenschilde.
Der Rittersaal Schloss Landsberg.
Auch die Turmzimmer sind sehenswert.
Schloss Landsberg empfängt heute seine Besucher als ein First-Class.Hotel. Es wurde 2003 grundsaniert und steht unter der Leitung der Meininger Hotels mit Flair GmbH.
Nehmen Sie sich bei einem Besuch dieses Thüringer Märchenschlosses viel Zeit und tauchen Sie ein in die vergangene Traumwelt der Herzöge von Sachsen-Meiningen.
Gut und schnell erreichbar ist Meiningen über die neue Thüringer-Wald-Autobahn.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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