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Artikel 68 für Ausgabe 24/2011 der Kahlaer Nachrichten - Die Schlosskirche Altenburg:

Die Geschichte unserer Heimat ist durch die Schlösser in Hummelshain und Wolfersdorf oder auch die Jagdanlage auf dem Rieseneck eng mit der herzoglichen Residenz Altenburg verbunden.
Der Schlosskomplex Altenburg liegt erhöht auf einem Porphyrfels über der Stadt. Mit zwei imposanten Türmen und seinen großen Schlossgebäuden ist er ortsprägend.
Schloss Altenburg
Wer das Gelände besucht, erblickt gleich eingangsseitig dicht am Fels die imposante spätgotische Schlosskirche.
Schlosskirche Altenburg
Man nimmt an, dass sie auf dem Gelände der früheren dem hl. Georg gewidmeten Pfalzkapelle errichtet worden ist. Kaiser Barbarossa weilte mehrfach in der Altenburger Pfalz.
Der Grundriss der heute museal genutzten Schlosskirche ist mit nur einem Seitenschiff - wahrscheinlich durch die seitliche Begrenzung bedingt - etwas Seltenes.
Im Jahre 1400 wurde mit dem Bau eines Kollegialstifts begonnen und die Kirche in ihrer heutigen Form 1413 geweiht. Mehrere Brände und Umbauten haben bewirkt, dass die ursprünglich mit zahlreichen Altären geschmückte mittelalterliche Bausubstanz fast völlig verschwunden ist. Lediglich viele Bestattungen im Kircheninneren und eine fürstliche Gruft sind erhalten geblieben. Neben dem Stifter der Kirche, dem Wettiner Markgraf Wilhelm der Reiche wurde auch die Kurfürstin Margarethe von Österreich im Inneren der Kirche bestattet. In der Gruft liegen ausschließlich fürstliche Personen und Domherren.
Auffällig ist ein „Maßwerkrippennetzgewölbe“, das den Chor überspannt.
Das reich beschnitzte Chorgestühl entstand um das Jahr 1500. Es soll farbig gewesen sein und weist viele Tier- und Pflanzenmotive auf.
Kanzel der Schlosskirche Altenburg
Die Kanzel am Triumphbogen stiftete 1595 Herzog Johann. Der Kanzelkorb besteht aus fünf Feldern. In einem Feld ist der Reformator Martin Luther dargestellt. Interessant und selten ist auch, dass über der Kanzel nicht Maria sondern Gott selbst seinen Sohn zeigt.

Dem Altar gegenüber befindet sich die ebenfalls von vielen geschnitzten Darstellungen eingerahmte Fürstenloge.
Die Fürstenloge in der Schlosskirche Altenburg.
Zwischen Altar und Loge gibt es reich geschmückte eingeschossige Emporen.
In den Jahren 1695 bis 1698 erhielt die Schlosskirche ihre heutige barocke Inneneinrichtung.
Die 1739 geweihte Orgel des Orgelbaumeisters Trost aus Altenburg gehört zu dessen größten Werken. Sie besitzt zwei Manuale und über 2000 Orgelpfeifen.
Die barocke Form an einer Seitenwand und die wundervolle Einbindung des Instrumentes in die umgebenden Figuren und das Zierwerk sind phantastisch gelöst. Man ist überwältigt vom Anblick.
Die Trostorgel der Schlosskirche Altenburg.
Bedeutende Künstler haben diese Orgel bespielt, so auch Johann Sebastian Bach und Franz Liszt.
Nach Restaurierungen und Erweiterungen durch namhafte Orgelbauer gehört sie heute zu den klangschönsten Barockorgeln Deutschlands.
In den Sommermonaten ist die Kirche eine viel besuchte Konzertstätte bekannter Organisten aus dem In- und Ausland.
Die Schlosskirche wurde in den zurückliegenden Jahren weitgehend restauriert. Dabei entdeckte man an einer Wand des Nordschiffes ein 1488 entstandenes Gemälde eines wahrscheinlich italienisch beeinflussten bislang unbekannten Künstlers. Es zeigt Christus vor Pilatus.
Die Kirche kann bei einem Museumsbesuch besichtigt werden. Das Altenburger Schloss- und Spielkartenmuseum mit seiner interessanten Geschichtsdarstellung, erwähnt sei nur der legendäre Prinzenraub, ist jederzeit einen Besuch wert.
Schlosshof Altenburg
Schilder im Ort weisen den Weg.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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