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Artikel 65 für Ausgabe 18/2011 der Kahlaer Nachrichten - Die Sachsenburgenruinen im Unstruttal:

An der Thüringer Pforte gibt es einen großen Muschelkalkfelsdurchbruch der Unstrut zur Hainleite und Schmücke.
Hier liegen über dem kleinen Ort Sachsenburg
Blick auf Sachsenburg - Unstrut
zwei schon von weitem sichtbare Burgruinen, die Untere Sachsenburg, auch Hakenburg genannt, und die Obere Sachsenburg.
Durch die Thüringer Pforte, den Sachsenburger Paß, verlief eine wichtige alte Handelsstraße von Italien über Nürnberg bis zur Nord- und Ostsee. Die beiden Burgen, ursprünglich germanische Wallburgen, entstanden deshalb vermutlich als Schutz der Handelswege und Zolleinnahmestätten sowie zur Sicherung des Zuganges in das Thüringer Becken.
Vom Jahre 1249 gibt es die erste urkundliche Erwähnung einer „Saxinberg“.
Bereits im Jahre 1319 spricht man von zwei Wehranlagen.
Die Untere Sachsenburg
Ruine Untere Sachsenburg
steht auf dem Wächterberg am Ostende der Hainleite. Sie soll - dies ist aber nicht nachgewiesen - von einem Ritter von Hake um das Jahr 940 auf dem Muschelkalksteilhang errichtet worden sein. Als wahrscheinlicher gilt aber ein Bau durch die Grafen von Orlamünde oder der Thüringer Landgrafen.
Die Hakenburg gilt als die Ältere der Burgen.
In der Burggeschichte gibt es mehrfache Besitzerwechsel. Nach 1407 gehörte das Areal den Landgrafen von Thüringen und den Herzögen von Sachsen.
Ab dieser Zeit bis 1815 war die Burg Amtssitz von Sachsenburg.
Danach verfiel die Burganlage.
Erhalten sind der Bergfried,
Bergfried Untere Sachsenburg
Reste eines Kellers mit gotischem Kreuzgewölbe und viele Fundamente der ursprünglichen Bebauung.

Die Obere Sachsenburg liegt auf 450 m Höhe.
Obere Sachsenburg
Sie wurde von den Grafen von Anhalt um 1251 bis 1310 erbaut. Sie diente anfangs zur Verstärkung der unteren Burganlage, aber im Laufe ihrer weiteren Geschichte nur noch als Wohnsitz der Herren von Bendeleben. Auch sie wurde nach 1640 aufgegeben.
Die Burgruine war von Gräben und Wällen umgeben und der Burghof im Dreieck angelegt.
Bergfried Obere Sachsenburg
Turm und Palas waren durch eine Brückenkonstruktion miteinander verbunden. Viele bauliche Veränderungen der ursprünglich romanischen Wehr-Anlage wurden nachgewiesen.
Palas Obere Sachsenburg
Erreichbar ist Sachsenburg am besten über die Autobahnausfahrt Sömmerda und weiter über die Bundesstraße in Richtung Bad Frankenhausen.
Nach Überquerung der Unstrut muss man sich in Sachsenburg nach links halten und am Feuerwehrgebäude den unbefestigten Weg benutzen. Er ist bis zur Unteren Sachsenburg befahrbar. Kurz vor Erreichen der Ruine geht links ein Weg ab, der zur oberen Burg führt. Dieser Weg trägt die Bezeichnung „Historische Pflaumenallee“ und machte seinem Namen alle Ehre.
Die Obere Ruine kann nur erstiegen werden (etwa 500 m).

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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