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Artikel 62 für Ausgabe 12/2011 der Kahlaer Nachrichten - Die Reußische Residenz Ebersdorf und ihr Landschaftspark:

Viele Kulturstätten unserer Ostthüringer Region sind untrennbar mit dem Namen Reuß verbunden.
Im Jahre 1678 wurde nach einer Teilung des Hauses Reuß-Lobenstein die Reuß Jüngere Linie Ebersdorf als Residenz gegründet. Anstelle einer bisherigen Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert entstand deshalb 1693 im Ort ein repräsentatives Schloss, das später auf der Parkseite einen klassizistischen Portikus (Säulenfront) erhielt.
Schloss Ebersdorf
Durch mehrere Aus- und Anbauten geprägt, ist es die einzige noch heute erhaltene unversehrte Anlage der Schlösser von Reuß Jüngere Linie.
1806 weilte Napoleon im Schloss. Da die Reußen als neutral eingeschätzt wurden, erreichte die Fürstin Luise mittels eines Schutzbriefes von Napoleon die Schonung der Güter und des gesamten Ortes Ebersdorf.
Erwähnenswert ist auch der Aufenthalt der damals skandalumwitterten spanischen Tänzerin Lola Montez.
1848 wurde die Ebersdorfer Residenz nach Abdankung des Reußischen Fürsten Heinrich LXXII. wieder aufgegeben. Die Anlage diente nur noch als Sommersitz.
1945 ging das Schloss nach Enteignung in Staatsbesitz über, wurde viele Jahre als Pflegeheim genutzt und steht seit dem Jahre 2000 leer. Durch einen ansässigen Bürger wurde erklärt, dass der Bau wieder der Familie von Reuß zugesprochen worden sei.
Neben dem Schloss ist in Ebersdorf aber hauptsächlich der große Park interessant.
Parkensemle Ebersdorf
Die schon immer für die ansässigen Bürger frei zugängliche Anlage umfasst etwa 54 ha und ist seit 1945 kommunales Eigentum. Sie wurde vor allem durch den bekannten Hofgärtner Fintelmann im Stil eines Landschaftsgartens gestaltet. Herrliche alte Bäume sind zu bewundern. Bei einem Spaziergang kann man den Ausblick auf Hecken, bunte Wiesen und Teiche genießen. Ein Bachlauf wird von großen Erlenbäumen und Steinquadern gesäumt.
Im Schlosspark befindet sich die Orangerie. Leider heute auch leer stehend, beherbergte sie früher viele exotische Pflanzen.
Orangerie Park Ebersdorf

Ein Teehäuschen lädt beim Rundgang durch das Parkgelände zum Verweilen ein.
Teehäuschen im Park Ebersdorf
Der Blick in den Landschaftsgarten ist von hier besonders schön.
Auch der so genannte Pfotenteich im Parkgelände lohnt einen Besuch. Das dortige „Teichhäuschen“ ist sehenswert und gestattet einen Blick auf den angrenzenden Teich.
Am Pfotenteich Park Ebersdorf
Beeindruckend ist im Schlosspark das Grabmal des letzten, im Jahre 1928 verstorbenen Reußischen Fürsten Heinrich XXVII, und seiner Familie. Die Skulptur wurde von Ernst Barlach entworfen.
Grabmal von Reuß Eberdorf-Barlachskulptur
Erreichbar ist Ebersdorf am besten über die Ausfahrt Bad Lobenstein an der A 9.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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