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Artikel 60 für Ausgabe 8/2011 der Kahlaer Nachrichten - Das Schloss zu Schleiz und die Bergkirche St. Marien:

Zwei Türme sind übrig geblieben vom ehemals stolzen Schleizer Schloss.
Türme des Schlosses Schleiz
Erstmals im Jahre 1367 wurde es urkundlich erwähnt. Nach den Thüringer Landgrafen nahmen es die Vögte von Gera in Besitz. Mehrere Brände vernichteten immer wieder die Baulichkeiten.
1589 übernahmen die Grafen und Fürsten von Reuß, die bis 1918 hier und in Gera residierten, das Schlossgelände. 1919 ging es in Staatsbesitz über. Das letzte Schloss stammte, wieder nach einem Brand, aus dem Jahre 1810, erbaut durch die Grafen und Fürsten Reuß-Schleiz (jüngere Linie Reuß).
1945 wurde es nach einem Bombenangriff zerstört. Unschätzbare museale Gegenstände, auch eine Münzsammlung und ein großes Archiv, verbrannten.
1950 wurde die Ruine des Schlosses völlig abgetragen. Nur die weithin sichtbaren Türme blieben als Erinnerung erhalten. Sie wurden in den letzten Jahren äußerlich saniert und mit neuen Turmhauben vor dem weiteren Verfall gesichert. Einer der Türme trägt ein goldenes Kreuz.
Das Schlossgelände dient heute dem Thüringer Innenministerium als Sitz einer Polizeiinspektion. Der wohl bekannteste in Schleiz geborene Bürger aus der Reußischen Zeit war Johann Friedrich Böttger, der Erfinder des europäischen Porzellans. Erwähnenswert ist auch Schleiz als Wirkungsstätte Konrad Dudens.
Viele Fürsten der jüngeren Reußischen Linie wurden in der Bergkirche St. Marien zu Schleiz beigesetzt.
Bergkirche St. Marien zu Schleiz
Sie gehört heute zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken Mitteldeutschlands.
Ihr Ursprung reicht urkundlich bis in das 12. Jahrhundert zurück. Im 14. Jahrhundert wurde sie durch den Deutschen Orden zur Marienkirche erhoben. In den folgenden Jahrhunderten gab es mehrere Erweiterungs- und Umbauten, bei denen das Portal des ursprünglich romanischen Vorgängerbaus stets erhalten blieb. 1639 begann man mit dem Bau der Reußischen Fürstengrüfte.
Eine schlimme Zeit für das Bauwerk war 1806 durch die starke Zerstörung der Einrichtung und Grabmale beim Durchzug des französischen Heeres. Die Kirche wurde als Pferdestall genutzt. Doch nach 1823 begann man vor allem mit erheblichen Mitteln des Reußischen Fürstenhauses eine umfassende Instandsetzung und Erneuerungen, die im Wesentlichen 1897 abgeschlossen waren. In dieser Zeit entstand auch die reiche barocke Ausschmückung des Gotteshauses.
Weitere Renovierungen gab es wieder um 1980 und sehr umfangreich nach dem Jahre 2001, so u. a. der Einbau einer neuen Orgel im alten Gewand. Auch die Fürstengruft mit ihren Prunksärgen wurde einer umfassenden Restaurierung unterzogen.
Der heutige Altar im Kircheninneren stammt aus dem Jahre 1635.
Altar Bergkirche Schleiz

Sehenswert ist der Burgksche Epitaph, ein Schnitzwerk mit den kniend dargestellten Figuren der Familie Heinrichs II. Reuß zu Burgk.
Burgkscher Epitaph Bergkirche Schleiz
Auch der sog. Fürstenstand, die frühere fürstliche Andachtsstube, strahlt nach der letzten Restaurierung wieder im alten Glanz.
Fürstenstand Bergkirche Schleiz
Vom Territorium der Bergkirche kann man die ganze Stadt Schleiz überblicken.
Blick auf die Stadt Schleiz
Die Schlosstürme und die Bergkirche sind weithin sichtbar und es bedarf keiner Wegebeschreibung.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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