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Artikel 50 für Ausgabe 13/2010 der Kahlaer Nachrichten - Die Klosterkirche St. Maria und St. Georg in Thalbürgel:

Klöster gehören zu den wichtigsten Zeugnissen unserer heimischen Kulturgeschichte. Eines der hervorragendsten Bauwerke der Romanik in Thüringen ist die dreischiffige Pfeilerbasilika St. Maria und St. Georg in Thalbürgel.
Klosterkirche Thalbürgel
Gegründet wurde das ehemalige Benediktinerkloster am 13. Februar 1133 nach Genehmigung von Bischof Udo I. von Thüringen als eine Mönchsgemeinschaft durch den Lausitzer Markgrafen Heinrich von Groitzsch und seiner Gemahlin Bertha. Bertha nutzte ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zur Matronin des Klosters Paulinzella für die Einholung der päpstlichen Befürwortung zur Errichtung einer Basilika unter direktem kaiserlichen Schutz.
Umfangreicher Grundbesitz, auch slawischer Gründungen, der ständig erweitert wurde, machten das Kloster allmählich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor im Saale-Elster-Gebiet.
Leider sind eine Reihe der klösterlichen Bauten nur noch als Ruinen bzw. Grundmauern erhalten und erkennbar.
Ruine Vorkirche Thalbürgel
Die früher am Querhaus angebauten fünf Kapellen erweiterten die kreuzförmige Basilika zu einem sog. Staffelchor. Dies war seinerzeit etwas Seltenes im Thüringer Raum.
Das mit hohen Pfeilern und Bögen ausgestattete Langhaus der Basilika
Langhaus Klosterkirche Thalbürgel
wird nach umfangreichen Restaurierungen noch heute für kirchliche Zwecke und viele kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Zu den Besonderheiten der Klosterkirche gehört zweifellos das große Westportal.
Westportal Klosterkirche Thalbürgel

Davor befand sich die heute als Ruine erhaltene Vorkirche.
In ihr wurde früher das Taufbecken missionarisch genutzt (heute im Langhaus).
Von den beiden Türmen der Klosterkirche ist nur noch einer erhalten geblieben.
Auch der frühere Kreuzgang ist nur noch zu erahnen.
Früherer Kreuzgang Thalbürgel
Hier befindet sich heute eine schöne Parkanlage.
Im Inneren der Kirche ist ein Kruzifix aus der Nachfolge Tilmann Riemenschneiders erhalten geblieben sowie eine Pieta´ (um 1480 aus einer Erfurter Schnitzerwerkstatt).
Pieta Thalbürgel
Das Kloster Thalbürgel wurde im Zuge der Reformation 1526 aufgelöst und vom Kurfürst weiter als sog. Kammergut wirtschaftlich genutzt.
Teile der Kirchenmauern wurden für Neubauten in der dörflichen Umgebung verwendet und die Anlage dem Verfall preisgegeben.
Philipp Melanchton ist es nach Überlieferungen zu verdanken, dass ein vollständiger Abbruch verhindert wurde. Er setzte sich für den Teilerhalt und Umbau in ein evangelisches Gotteshaus für die dörfliche Gemeinde ein.
Die Bedeutung der Klosterkirche wurde auch von Johann Wolfgang von Goethe erkannt. Er veranlasste die Sicherung der baulichen Reste und ihre teilweise Rekonstruktion.
Ein detaillierter geschichtlicher Ablauf ist in einer im Museum erhältlichen Broschüre umfangreich erläutert. Veranstaltungen finden Sie im Kulturkalender des Saale-Holzland-Kreises.
Landschaftlich reizvoll ist die Anfahrt nach Thalbürgel über Jena-Ilmnitz und Schöngleina.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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