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Artikel 23 für Ausgabe 22 der Kahlaer Nachrichten 2008 - Das Oberschloss Kranichfeld:

Zweiburgenstadt nennt man den Ort Kranichfeld. Direkt an der Ilm gelegen, beherrscht vor allem das Oberschloss das Stadtbild.
Oberschloss Kranichfeld
Der Überlieferung nach soll die Burg um 1172 gebaut worden sein. Der älteste noch erhaltene Teil ist der aus dem 12. Jahrhundert stammende „Dicke Turm“.
Um 1530 erfolgte unter Reußischem Besitz der Umbau zu einem Renaissanceschloss.
Nach 1620 übernahm Graf Günther von Schwarzburg-Rudolstadt das Schloss. Unter seiner Herrschaft erhielt Kranichfeld das Stadtrecht und für die Ortsentwicklung wichtige Gesetze, wie die Schulordnung. Danach hatte das Schloss verschiedene weitere Besitzer.
Der letzte war 1920 der Industrielle Ramminger aus Gera. 1934 brannte das Schloss vollständig ab (es gibt verschiedene Theorien zur Brandursache).
1940 bis 1945 baute die SS-Organisation das Schloss mit Hilfe von Häftlingen des KZ Buchenwald teilweise wieder auf. Danach begann ein langsamer Verfall.
Ruine Oberschloss
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gründete sich eine Interessengemeinschaft im Auftrag des Kulturbundes und begann mit der systematischen Ruinenuntersuchung und dem teilweisen Wiederaufbau des Schlosses.
Wiederaufgeb. Oberschloss
Mit Unterstützung der Denkmalpflege und nach Übernahme des Areales durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist nun die Schlossanlage einschließlich „Dickem Turm“ wieder begehbar. Vom Turm (101 Stufen) hat man einen herrlichen Ausblick auf Kranichfeld, das Unterschloss und das Ilmtal.

Wahrzeichen der Stadt und des Oberschlosses ist der „Leckarsch“, eine Drolerie (französich - drollige Darstellung eines Fabelwesens) aus dem 16. Jahrhundert. Er befindet sich am Südwesterker des wieder aufgebauten Schlossteiles.
Leckarsch von Kranichfeld
Es ist die drastische Darstellung eines Menschen mit Schweinekopf.

Im sanierten Schlossteil finden Konzerte statt. Für Eheschließungen steht eine kleine Kapelle zur Verfügung.
An der Burgkapelle
Außerdem gibt es ein Museum und eine kleine Burgschänke.

Die Auffahrt zum Schlossparkplatz ist gut beschildert. Man kann aber auch bequem zu Fuß vom Ort aus das Schloss erreichen.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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