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Artikel 12 für Kahlaer Nachrichten Ausgabe 11/2008 - Die Karsthöhle Dienstedt:

Füchse und Fledermäuse waren es, welche durch kleine Löcher im Fels die Aufmerksamkeit der Höhlenforscher auf sich zogen. Etwa einen Kilometer nördlich von Dienstedt, der kleine Ort liegt zwischen Kranichfeld und Stadtilm, befindet sich 23 m über der Ilm in einem Muschelkalkhang, dem Schenkhofenberg, die erst im Jahre 1953 entdeckte Karsthöhle.
Karsthöhleneingang Dienstedt
Entstanden ist sie durch Auswaschungen der Urilm, die nach Angaben der Fachleute vor etwa 2-5 Millionen Jahren entstanden sind. Der Kalk besteht hier vorwiegend aus Terebrateln, einer Brachiopodengattung, welche heute noch in den Weltmeeren vorhanden ist.
Bei der Karsthöhle handelt es sich um ein kleines verzweigtes Labyrinth. Es wurde in mühevoller Sicherungs- und Beräumungsarbeit gemeinsam mit der Bergsicherung und unter fachmännischer Begleitung durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar wieder freigelegt und zum Teil mit Pfeilern gesichert. Im Jahre 1997 konnte dann der Schaubetrieb für Besucher freigegeben werden.
Karsthöhle Dienstedt

Eine Reihe von Funden belegt die Besiedlung der Höhle bereits in der Stein- und Bronzezeit bis zum Mittelalter. Dies belegen u. a. Feuerstellen. Gefunden wurden auch Scherben von Tongefäßen, Pfrieme und Nadeln sowie ein etwa 4000 Jahre altes Trinkgefäß. Die Nachbildung sieht man in der Höhle, das Original in Weimar. Aber auch der Kiefernteil eines Muschelkalksauriers (Pflasterzahnsauriers) konnte bei den Grabungen gesichert werden. Die ersten Versinterungen an einer besonders feuchten Stelle kann man bewundern.
Versinterungen Karsthöhle Dienstedt
Die Karsthöhle ist gut erreichbar. Für Autofahrer gibt es an der B87 einen angelegten Parkplatz. Von dort erreichen Sie in wenigen Minuten über eine kleine Fußgängerbrücke über die Ilm den gut ausgebauten Aufstiegsweg.
Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober sind jeden Sonnabend zwischen 13 und 17 Uhr Besichtigungen mit Führung möglich. Über die Touristinformation Kranichfeld können Sie ggf. Sonderführungen vereinbaren.
Empfohlene Anfahrt über Rudolstadt Richtung Stadtilm und weiter über Remda, Rückfahrt über Kranichfeld und Blankenhain. Beide Strecken sind landschaftlich sehr sehenswert.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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