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Artikel 8 für die Kahlaer Nachrichten Ausgabe 6/2008 - Naturschönheiten im Naturschutzgebiet ehem. Schießplatz - Spitzenberg-Borntal Rothenstein:

Etwa 6 Kilometer von unserer Heimatstadt entfernt liegt angrenzend an Rothenstein das Gebiet Spitzenberg-Borntal, seit 2003 unter Naturschutz stehend.

Noch vor 19 Jahren wurde hier durch die Jenaer Panzereinheit der Roten Armee fast allabendlich und nächtlich bei Wind und Wetter scharf geschossen. Alle Kasernen, Unterstände und Wachtürme wurden seitdem abgerissen. Nur noch ganz wenige Betonflächen erinnern an diese Zeit.

Das gesamte Territorium blieb glücklicherweise zu einem Großteil während der Nutzungszeit als Übungsgelände naturbelassen. Das jahrzehntelange Vermeiden von Düngungen sowie der Entfernung von Sträuchern und Bäumen, die unmittelbare Beschussfläche ausgenommen, ließen ein Biotop entstehen, das weit über Thüringen hinaus einmalig ist.
Weg im Naturschutzgebiet Rothenstein
Besonders die Vögel haben das Gelände schnell besiedelt. Die Ornithologen zählen heute wieder eine Reihe sehr seltener Tiere, die in anderen Gebieten wegen der Siedlungsdichte und vielerlei Störungen nicht mehr anzutreffen sind, z.B. Wachteln, Schwarzkehlchen, Ziegenmelker und den Wendehals.
Von den 400 nachgewiesenen Pflanzenarten sind allein 37 geschützt, so unter anderem die zu den Orchideen gehörenden Waldhyazynten, das Purpurknabenkraut, der Frauenschuh, die Bocksriemenzunge , der Bienenragwurz und das Brandknabenkraut .
An kleinen Quellen, Teichen und moorigen Stellen sind Schlangen, Molche und Kröten wieder heimisch und so manch seltene Insekten kann man antreffen.

Im März blühen die Gemeinen Kuhschellen.
Kuhschellen Naturschutzgebiet Rothenstein 1920x1080 Wallpaper.
Besonders viele Exemplare finden Sie am Waldrand rechts aus Richtung Rothenstein gesehen.

Das ganze steppenartige, ca. 540 ha große Gelände ist landschaftlich sehr reizvoll. Naturliebhaber können hier stundenlang spazieren gehen, mit einem Fernglas Seltenes entdecken sowie die Ruhe und gesunde Luft genießen.

Bitte denken Sie aber immer daran, dass Sie in einem Naturschutzgebiet nur auf den ausgewiesenen Wegen gehen dürfen und - als Hinweis - auch aus Sicherheitsgründen. Der frühere Schießplatz ist, soweit zu erfahren, noch nicht völlig von Munitionsaltlasten befreit worden. Die Mitnahme von Hunden ist nicht gestattet.

Zu erreichen ist das NSG über die befestigte Straße rechts von SCONTO-Möbel. Sie können bis zum Gebäude der Schützengesellschaft fahren. Dort dürfen Sie parken. Das Befahren des Geländes ist verboten.

Heinz Arlitt
Heimatgesellschaft

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