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Chronik 1999:



Januar
Die Baugenehmigung für die neue Saalebrücke liegt vor und soll nun doch am ursprünglich geplanten Standort mit wenigen Abweichungen auf der bisherigen Trasse errichtet werden.

Ein neues Jugendobjekt „Blitz e. V.“ hat sich im Domizil der ehemaligen Volkshochschule in Löbschütz etabliert. Der Verein bietet Orientierungslehrgänge für Jugendliche an, die keinen Schulabschluss haben bzw. keine Lehr- oder Arbeitsstelle finden können.

100 Rosen für den Rosengarten spendete der REWE-Markt Dietzel OHG der Stadt Kahla. Diese Rosen sollen vor allem am Vereinshaus „Rosengarten“ im Frühjahr angepflanzt werden, damit er wieder seinem Namen gerecht wird.

In die alte Gasanstalt am „Rosengarten“ wird der städtische Bauhof einziehen. Nach der Bewilligung von finanziellen Zuwendungen aus der Städtebauförderung wurde mit der Sanierung des Objektes begonnen. Bürgermeister Bernd Leube freut sich, dass voraussichtlich noch in diesem Jahr die Stadt damit zwei Anliegen erledigen kann. Zum einen verbessern sich die Arbeitsbedingungen für den Bauhof entscheidend, denn das neue Domizil verfügt über ausreichend Platz für Fahrzeuggaragen, Werkstätten, Sozialräume sowie Stellplätze für Container und Material. Zudem ist eine bessere Zufahrt und mehr Platz zum Manövrieren gegeben.

Der Kahlaer Wiegeverein begeht den 135. Jahrestag seines Bestehens. Jedes Jahr im Januar treffen sich 70 - 80 Männer im „Ratskeller“. Der Erlös der Wiegegebühr und des Schätzungsgeldes wurde einem sozialen Zweck gespendet.

Ein spektakulärer Raub ereignete sich am 25. Januar im Uhren- und Schmuckgeschäft Rembacz. Eine 6.100,00 DM teure Uhr wurde von einem unbekannten Kunden gestohlen. Trotz schnellen Eintreffens der Polizei und sofortiger Verfolgungsjagd konnte der Dieb entkommen.

Der Januar begann sehr mild, am 5. Januar wurden frühlingshafte 15,3 Grad Celsius erreicht. Ähnlich mild mit 14,0 Grad war es auch am 17. Januar. Diese viel zu warme Witterung wurde erst mit dem Kaltluftbereich am Monatsende beendet. Am 31. Januar sank die Temperatur bis auf minus 9,9 Grad. Insgesamt war der Januar mit 4,0 Grad rund dreieinhalb Grad zu warm. Mit solchen Januartemperaturen kann man nur einmal innerhalb von fünf bis zehn Jahren rechnen. 15 Tage, also der halbe Monat, waren völlig frostfrei. Als Folge begannen die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen in den Gärten zu blühen. Nur am 30. und 31. Januar stiegen die Temperaturen nicht über 0 Grad an. An diesen Tagen bildete sich auch eine geschlossene Schneedecke, die in den Morgenstunden des 1. Februar 8 cm erreichte. Dennoch war nach dem Dezember auch der Januar mit 25,9 mm Niederschlag zu trocken. Insbesondere während der ersten drei Januarwochen fiel fast kein Niederschlag.

Februar
Noch bevor der Messestand der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH auf der Frankfurter Messe Ambiente (ab 19. Februar) stand, ist ein erster Erfolg für das Unternehmen sicher: Die Form „Update“ der Gestalterin Barbara Schmidt hat auf der Messe den Preis „Design Plus“ bekommen. Damit erhöht sich die Zahl der Preise für die künstlerische Gestaltung der Kahlaer Produkte auf nunmehr neun.

Das Sturmtief „Lara“ raste am 5. Februar über Thüringen und suchte besonders den Norden und Osten des Freistaates heim. Mit Donner, Graupel, Schnee und Windspitzen bis zu 120 km/h. In der Wetterstation Gera-Leumnitz wurde vormittags Windstärke 8 gemessen, das Thermometer sank bei Gewitter innerhalb von zehn Minuten von vier auf null Grad. Für das Wochenende sagten die Meteorologen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee voraus. Dennoch: Viel zu wenig davon brachte der Winter bisher, der sich launisch von lauwarm bis krachkalt zeigte.

Rund 200 Eltern protestierten am Donnerstag, den 25. Februar im Rathaus gegen Pläne der Stadtverwaltung, Einschnitte bei der Bezuschussung von Kindergartenplätzen für Kinder im Alter unter drei Jahren vorzunehmen. Im Gegensatz zu den Kindern ab drei Jahren, deren Betreuung (von den Eltern die dies wünschen) eine Pflichtaufgabe der Stadt und somit vom Gesetzgeber geregelt ist, ist es bei den ehemaligen „Krippenkindern“ anders.

Am 23. Februar 1999 war es endlich soweit, Ministerpräsident Bernhard Vogel startete mit dem symbolischen Druck auf das Knöpfchen die Maschinen für die Herstellung von Magnetbodenbelägen. Damit ist eine rund 15 Millionen DM teure Produktionsanlage für magnetische Bodenbeläge in Kahla in Betrieb genommen worden. Darüber hinaus hat die „PIKUMAG Magnetbodenbeläge GmbH“ 12 Arbeitsplätze geschaffen. Es könnten aber 40 bis 50 werden.

März
Im Monat März fiel der Startschuss für eine weitere Etappe der Sanierung des Rathauses. Im Zeitraum von März bis September 1999 wird das Treppenhaus einschließlich der Toilettenanlage komplett saniert. Die Bauarbeiten finden bei laufendem Verwaltungsbetrieb statt. Besucher des Rathauses werden aus diesem Grund um Verständnis gebeten. Die beteiligten Baufirmen sind angehalten, die Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Geldnot diktierte den Inhalt der Sitzung des Kahlaer Stadtrates. Auf der Tagesordnung stand als wichtigster Punkt der Haushaltsplan 1999. Der wurde schließlich knapp mit neun Ja- und sechs Nein-Stimmen sowie vier Enthaltungen angenommen. Während sich die Fraktion F.D.P./FW in der vorausgehenden Diskussion dafür aussprach, den Haushalt zu beschließen, damit die Stadt handlungsfähig bleibt, verweigerten die Abgeordneten von Bürgerinitiative (BIG), SPD und CDU ihre Zustimmung. Hauptstreitpunkt war eine Neuverschuldung von über 1,4 Millionen DM.

Mit 6,3 Grad Celsius war der März wie die vormonate Januar und Februar zu warm. Zwar gab es noch 16 Tage mit Bodenfrost, Eistage blieben aber ganz aus und Frosttage wurden auch nur sechs gezählt. Das Monatsminimum von minus 3,2 Grad wurde zweimal, am 12. und am 17. März, erreicht. Das Maximum von 22,2 Grad lieferte der 25. März. Das waren nur 0,6 Grad weniger als am wärmsten 25. März dieses Jahrhunderts, denn am 25. März 1968 wurden 22,8 Grad erreicht.
Das milde Märzwetter war auf die Zufuhr milder Luftmassen und weniger auf reichlich Sonnenschein zurückzuführen, denn die Sonne schien nur an 84,4 Stunden statt der im Mittel zu erwartenden 103 Stunden. Nebel lag an fünf Tagen über unserer Stadt.

Im neuen Musterzentrum der Kahla-Porzellan GmbH wird das neue Faltblatt zur Beschilderung der Thüringer Porzellanstraße vorgestellt. Die Thüringer Porzellanstraße ist eine touristische Straße. Sie verbindet Orte mit traditionellen und gegenwärtigen Porzellanstandorten, sowie die Städte und Gemeinden, die über Museen mit Thüringer Porzellansammlungen verfügen. Die Ferienstraße umfasst ein Straßennetz von ca. 340 km Länge und führt durch sieben Landkreise.

Die Stadt Kahla verlässt als erste Gemeinde Thüringens den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV). Der Verbandsvorstand billigte gestern in Erfurt den Austrittsantrag und entsprach damit einem Stadtratsbeschluss vom 25. Februar. „Mit dieser Entscheidung können wir künftig für die Verwaltung Haustarifverträge mit dem Ziel abschließen, Ausgabensteigerungen im Personalbereich zu vermeiden“, erläuterte Bürgermeister Bernd Leube (F.D.P.) gegenüber OTZ. Kahla erhielt den Status eines Gastmitgliedes.

April
Im Gewerbegebiet „Camisch“ wurde am 21. April ein Handelsplatz für Holz und Holzprodukte eröffnet. Der Standort Kahla ist neben den Niederlassungen Lauterbach, Bad Camberg und Altenstadt in Hessen die jüngste Tochter der Mutterfirma Sundermann Weyrich GmbH & Co. KG. Der überregional arbeitende Holzgroßhandel bedient ein Versorgungsgebiet entlang der Autobahn 4 von Eisenach bis Zwickau und der A 9 von Naumburg bis Schleiz. Hauptgeschäftspartner sind Tischlereien, Zimmereien und Baugeschäfte. Auf dem 14.000 m² großen Firmengelände entstand in nur sechsmonatiger Bauzeit ein Bürogebäude und eine ca. 1.600 m² große Lagerhalle. Die wurde mit modernster Lagertechnik ausgestattet. In Hochregalen wird das Holz fachgerecht und kompakt gelagert.

Die Freiwillige Feuerwehr Kahla erhielt am 30. April ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 24/50. Die Gesamtkosten der Investition betragen 370.000 DM, wobei der Landkreis 145.000 DM beisteuerte. Die restlichen Mittel kamen über die Landesförderung. Das neue Tanklöschfahrzeug ist zur Aufnahme eines Löschtrupps und einer feuerwehrtechnischen Beladung geeignet. Es verfügt über einen Löschwasserbehälter mit einer nutzbaren Wassermenge von 5.000 Liter und einem Schaummittelbehälter von 500 Liter nutzbarem Inhalt. Vorgesehen ist, das Fahrzeug auf Grund seines Löschmittelvorrates zum Ersteinsatz bei Bränden sowie in Gebieten mit schlechter Löschwasserbevorratung.

Der April war mit 9,6 Grad Celsius um ein Grad zu warm. Dazu trug wesentlich die milde Witterung in den ersten zwölf Tagen bei. Danach wurde es noch einmal recht kalt. Allerdings blieben Nachtfröste aus, nur zweimal, am 19. und 21. April, sank die Temperatur auf 0 Grad. Bodenfrost gab es an acht Tagen. Das Maximum von 22,0 Grad wurde erst am 30. April erreicht und lag damit noch unter dem Märzwert (22,5 Grad am 25. März). Die 20-Grad-Marke wurde nur noch am 6. (20,5 Grad) und am 25. April (20,8 Grad) überschritten. Obwohl an 15 Tagen Niederschlag fiel, am 21. April waren sogar nasse Schneeflocken und am 6. April Graupel darunter, war der April mit 29,9 mm recht trocken.

Mai
Am 3. Mai begannen die Arbeiten für die Ersatzbauten der verschlissenen Brücken über die Lache und die Saale, die die Stadt Kahla mit dem Stadtteil Löbschütz verbinden und die Landstraße nach Neustadt führen. Das Ende der Maßnahme ist für September des Jahres 2000 vorgesehen.

Am 8. Mai zogen die Kahlaer wieder durch die Flur. Diesmal geht der Flurzug aber nicht entlang der Flurgrenzen, sondern wird mit einer Distanz von ca. sechs Kilometern über die Lindiger Höhe, durch den Katzgraben in den Leubengrund führen. Die Strecke durch den Stadtwald wählte Wanderleiter Manfred Woitzat aus, um den Kahlaer Wanderfreunden, die sich alljährlich in großer Zahl an dieser Frühjahrstour beteiligen, mal eine Abwechslung zu bieten. „Die Flurgrenzen der Stadt sind nicht groß. Den städtischen Waldbesitz, der heute noch 275 Hektar umfasst und sich zum überwiegenden Teil nördlich der Gemeinde Hummelshain über den Leubengrund hinweg erstreckt, haben die Kahlaer übrigens Kurfürst Friedrich II. zu verdanken.

Nur noch 7.714 Einwohner, so die offizielle Statistik, beherbergte die Stadt Kahla bis Ende des vergangenen Jahres. Damit ist aus der kleinen Stadt, die mal über 10.000 Leute hatte, tatsächlich eine Kleinstadt geworden. Gravierend zeigen sich dagegen die Einschnitte, die es nach der Wende in der Geburtenstatistik gab, auch im Lebensbaum. Wohnten nach der 98er Statistik in Kahla 83 Mädchen und Jungen des Jahrgangs 1989, wurden im vergangenen Jahr nur 42 siebenjährige, 44 sechsjährige, 38 fünfjährige und 37 vierjährige Kinder registriert. Seit 1995 ist wieder ein leichter Geburtenanstieg zu verzeichnen, Hoffnung für den Lebensbaum.

Der Rotstift, der in den letzten zwei Jahren im Kahlaer Rathaus permanent mit regierte, hat nun doch die Kindereinrichtungen der Stadt getroffen. Die Stadträte beschlossen gegen die Stimmen der SPD-Fraktion, die kommunalen Zuschüsse für die vier Kindertagesstätten zu reduzieren. Der neue Belegungsplan für die Einrichtungen sieht nun so aus: Die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt kann vier Gruppen, die Kindertagesstätte des DRK drei Gruppen, der Kindergarten der Kirche ebenfalls drei Gruppen und die Einrichtung der Volkssolidarität drei Gruppen betreuen. Das heißt, dass eine komplette Gruppe bei der Arbeiterwohlfahrt wegfällt. Damit reduziert sich die Kapazität dort auf rund 54 Kinder.

Der Mai entsprach allen Vorstellungen vom Wonnemonat Mai. Er war sonnenscheinreich, warm und nicht zu nass: 203 Stunden Sonnenschein, 15,1 Grad Celsius Monatsmitteltemperatur, 54,7 mm Niederschlag. Damit war der Mai 1,7 Grad zu warm. Der letzte zu kalte Monat war der November 1998. Seitdem ist es zu warm, d. h. auch der vergangene Winter war sehr mild. Nur an jeweils zwei Tagen im Dezember und im Februar ist der Frost bis in eine Tiefe von maximal 10 cm eingedrungen, wobei die Temperatur minus 0,7 Grad nicht unterschritten hat. Es gab keinen Nacht- und Bodenfrost mehr, das Minimum lag bei 3,9 Grad am 3. Mai. Das Maximum von 31,3 Grad wurde am 30. Mai erreicht. An 19 Tagen stieg die Temperatur über 20 Grad an. Es gab vier Sommertage und zwei heiße Tage. Ohne Sonnenschein blieb nur ein Tag. Nebel wurde an zwei Tagen beobachtet. Mit vier hielt sich die Zahl der Gewitter in Grenzen. Viele Niederschläge brachten die Gewitter nicht, entsprechend lagen die 54,7 mm auch etwas unter dem Monatsmittel von 62 mm.

Kahla hat vier Kindertagesstätten: Kindertagesstätten „Prof. Ibrahim“ und „Geschwister Scholl“ in der Hermann-Koch-Straße, die Kindertagesstätte „Märchenland“ in der Rudolstädter Straße und die Kindertagesstätte „Anne Frank“ Am Langen Bürgel.
In vielen Ausschusssitzungen haben die Kahlaer Stadträtinnen und Stadträte über das neue Haushaltsplanwerk für das Jahr 1999 beraten. Unbefriedigend ist die Tatsache, dass man trotz umfangreicher Sparmaßnahmen, z. B. bei den Investitionen in Höhe von mehr als 600.000 DM den Haushalt ohne eine neue Kreditaufnahme nicht ausgleichen kann. Zwar ist eine Tilgung von rund 2,5 Millionen DM vorgesehen, so dass sich der Schuldenberg etwas verringert, die Zinslast bleibt aber mit 3,1 Millionen DM die zweithöchste Ausgabe im Haushalt.

Juni
Dem Handwerk und Gewerbe eine Chance zu geben, war stets das Ziel der Stadtväter Kahlas. Mit der grundhaften Sanierung der Infrastruktur wurden die Voraussetzungen für Firmenansiedlungen geschaffen. Seit 1990 nutzten 37 neue Firmen diese Gelegenheit.

Am 17. Juni setzte Bürgermeister Bernd Leube den Rammbagger in Gang und trieb am Löbschützer Ufer die erste Spundbohle für ein Brückenwiderlager dreieinhalb Meter tief in den Grund. Das war der symbolische Start für den Neubau der Brücke über Saale und Lache. In zwei Jahren soll die Brücke Kahla mit Löbschütz verbinden.

Juli
Drei Wochen nach der Kommunalwahl am 13. Juni hat Kahla einen neuen Stadtrat. Bürgermeister Bernd Leube verpflichtete am 8. Juli per Handschlag 17 Frauen und Männer aus fünf Fraktionen. Die Stadträtinnen und Stadträte wählten Herrn Dr. Frank Hellwig (CDU) zum 1. Beigeordneten und den Kahlaer Kaufmann Michael Briese (F.D.P./FW) zum 2. Beigeordneten.

Immer wieder werden Stimmen laut, dass es sich nicht lohnt, in Kahla einen Einkaufsbummel zu unternehmen. Zahlreiche Geschäfte klagen über rückläufige Umsatzzahlen. Begründet wurde die Situation bei einer Umfrage unter den Geschäftsleuten mit zu vielen Billiganbietern und der hohen Arbeitslosigkeit. Das sind die Ursachen, die die Kaufkraft senken. Weitere Begründungen waren der rapide Rückgang der Stadtbevölkerung und viele leerstehende Häuser im Zentrum.

Feuchtschwüles Wetter bestimmte den Monat Juli. Das schwülwarme Wetter wurde durch Wärme- und Frontgewitter unterbrochen, deren Ursache feuchtinstabile tropische Warmluft war. Dem Hoch „Quella“ folgte Tief „Imre“ mit Gewittergüssen. Der angekündigte Hagel blieb bei uns aus. Heißester Tag war der 5. Juli mit 34,1 Grad Celsius.

Nur noch 7.714 Einwohner wurden Ende vorigen Jahres in Kahla gezählt. Damit wurde aus der Kleinstadt Kahla ein kleines Städtchen ohne größere Industriebetriebe. Selbst die Beschäftigtenzahl im ehemals größten Industriebetrieb ist drastisch zurückgegangen.

Am 26. Juli wurde die Behelfsbrücke über die Saale geschoben. Die Verlegung des 50 Tonnen schweren Stahlkolosses, den eine Lobensteiner Stahlbaufirma auf dem „Gries“ zusammengeschweißt hatte, erwies sich weit komplizierter als gedacht. Erst am späten Nachmittag gelang es, die 42 Meter lange Eisenbrücke auf der Löbschützer Uferseite in die Lager zu bringen.

August
Das Jahrhundertereignis der totalen Sonnenfinsternis am 11. August war auch in Kahla durch hin und wieder starke Bewölkung nur bedingt zu beobachten.

Auf der Frankfurter Messe verlieh der Bundesverband des Kunsthandwerkes dem Porzellankonzept „Update“ der KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH den Designpreis „Form 99“. Es ist der vierte Preis, den das Porzellankonzept „Update“ in Empfang nehmen konnte. Das Kahlaer Unternehmen hat insgesamt nach fünf Jahren 11 Designpreise erhalten.

Am 28./29. August diente der „Hungerborn“ am Fuße der Leuchtenburg zum vierten Male als Rennstrecke für Moto-Cross-Fahrer aus ganz Deutschland. Das Moto-Cross-Team Kahla e. V. richtete diese Sportveranstaltung aus. Gefahren wurde in allen Klassen von 50 - 400 Kubikzentimeter. Auch Quadt-Maschinen gingen an den Start. Aus Kahla selbst starteten 19 Fahrer.

September
In der Nacht vom 4. zum 5. September wurde die Kahlaer Holzindustrie GmbH von einem starken Feuer heimgesucht, das mit Gatter und Nachschnittsäge das Herzstück der Produktion zerstörte und einen millionenschweren Schaden verursachte.

Oktober
Der Löfflerturm hat am 15. Oktober zum krönenden Abschluss seiner Sanierung eine neu gefertigte Spitze (den Knopf) aus Zinkblech bekommen. Bevor die Kugel verlötet wurde, gab ihr Bürgermeister Bernd Leube neben den Kahlaer Nachrichten, Informationsmaterial über die Stadtverwaltung, den Beschluss zur Sanierung des Turmes und der Stadtmauer sowie Münzen auch eine TLZ bei.

Am Montag, dem 18. Oktober feierte Hans-Georg Fischer, Kantor der evangelischen Kirchgemeinde Kahla, seinen 65. Geburtstag. Dass die Johann-Walter-Kontorei, wie die Singegemeinschaft seit 1956 heißt, es heute zu einer für einen Laienchor beachtlichen Professionalität gebracht hat und über die Grenzen Kahlas hinaus bekannt ist, ist ein Verdienst des Jubilars. Sein vielfältiges Wirken in Kahla war immer eng mit dem Chor verbunden, dessen Leitung er fast auf den Tag genau vor 41 Jahren, im Dezember 1958, übernahm.

Die Grundschule I in Kahla feiert in der Woche vom 10. bis 16. Oktober das 135jährige Bestehen. Sie ist mit knapp 100 Schülern die kleinste Schule im Südkreis, aber die mit der längsten Tradition.

Das warme Septemberwetter hielt die ersten Oktobertage noch an, am 2. Oktober wurde sogar 20,5 Grad Celsius erreicht. Danach wurde es zunehmend kälter. Am 16. Oktober gab es den ersten Bodenfrost. Zum Monatsende wurde es deutlich wärmer.

November
Der „Wasser- und Abwasserzweckverband Kahla und Umgebung“ ist wegen eines Verfahrensfehlers bei seiner Gründung „nicht wirksam entstanden“ und darf daher auch nicht mit hoheitlichen Mitteln Ansprüche an die Bürger stellen. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Weimar in einem veröffentlichten Beschluss vom 16. November entschieden. „Damit ist eine komplizierte rechtliche Situation entstanden“.

Die Stadt Kahla wird auch im kommenden Jahrhundert den Gürtel noch ein Loch enger schnallen müssen. Wie Bürgermeister Bernd Leube in der zehnten öffentlichen Stadtratstagung erklärte, sei der 1999er Haushaltsplan doch noch genehmigt worden. Allerdings seien die darin enthaltenen Auflagen zu Sparmaßnahmen, die auch die nächsten Jahre fortbestehen, so gefasst, dass dem Stadtrat kaum noch Spielraum zur Umsetzung eigener Gestaltungsideen, wenn sie denn Geld kosten. Die Hauptgründe, warum die Kämmerei dermaßen klamm ist, liegen in der hohen Belastung durch Zins und Zinseszins für genommene Kredite und wohl auch darin, dass geplante Einnahmen nicht realisiert werden konnten. So habe die Stadt in den letzten Jahren rund 25 Prozent ihrer Einwohnerschaft verloren. Mit rund 10.000 sei man in die Wiedervereinigung gestartet und liege jetzt bei 7.600. Die sogenannte Schlüsselzuweisung an die Städte und Gemeinden wird vom Land aber pro Einwohner gezahlt.

Dezember
DIN EN ISO 9001 steht auf einem Zertifikat, das der L. O. Büttner Kahla Betonwerk GmbH (beweka) verliehen wurde. Es bescheinigt dem Unternehmen, dass der gesamte Betriebsablauf einem Management-System unterliegt, das eine gleichbleibende Qualität der Produkte und Lieferbedingungen sichert.
Das gleiche Zertifikat erhielten die Firma Binder-Kontakte GmbH und die Kahlaer Porzellanfabrik.

Ihren 101. Geburtstag feierte am 18. Dezember die älteste Bürgerin Kahlas, Frau Hilda Schilling.

Sparen, strecken, streichen - das war in der Stadtratssitzung am 16. Dezember angesagt. Weil das Innenministerium als Bedingung für dringend benötigte Bedarfszuweisungen weitere Kürzungen der Ausgaben fordert, haben die Stadträte nochmals Punkt für Punkt des 2000er Etats unter die Lupe genommen und so mögliche Einsparungen von insgesamt 960.000 DM beschlossen. Allein 300.000 entfallen auf Personaleinsparungen im Angestelltenbereich. Hier sollen 6,2 Stellen gestrichen werden. Das betrifft die Haupt- und Finanzverwaltung, das Ordnungs- und Einwohnermeldeamt, das Museum und den Bauhof sowie den Sozialbereich. Zudem soll die Übertragung von vier Stadtarbeiterstellen an die kommunale Wohnbaugesellschaft zu weiteren Entlastungen des Stellenplanes führen. Damit sei ein Personalbestand erreicht, der gemessen an der Einwohnerzahl und den Aufgaben als Unterzentrum mindestens notwendig ist, erläuterte Bernd Leube.
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