Kahla Thüringen: die Porzellanstadt am Fuße der Leuchtenburg.

Ein Stadtrundgang durch Kahlas historische Altstadt ... die Porzellanstadt am Fuße der Leuchtenburg

Rathaus1. Rathaus

Das Rathaus wurde 1325 als schmales Gebäude errichtet und war schon seit dem Mittelalter Sitz der städtischen Behörde. Im gotischen Kreuzgratgewölbe hatten bis 1861 die Bäcker und Fleischer ihre Bänke und Verkaufsstände.
Im ersten Stock hatten Bürgermeister und Ratsschreiber ihre Amtsräume. Kämmereikasse und Polizei waren ebenfalls im Rathaus untergebracht.
In den Jahren 1879-1882 wurde das Gebäude erheblich erweitert.
  Saaltor5. Saaltor

Es ist das einzige noch bestehende Tor der Stadt-
befestigung. Sein ursprüngliches Aussehen ist durch die vor-
genommenen Umbauten verändert worden. Dort befindet sich auch die älteste steinerne Darstellung des Kahlaer Stadtwappens.
Kahla gehört zu den wenigen Städten, die einen weiblichen Drachentöter im Wappen führten. Die Margareta, eine Märtyrerin und christl. Heilige, wird im siegreichen Kampf mit dem Drachen (Satan) gezeigt. An mehreren Stellen der Stadt finden wir das Wappen wieder.

  Marterturm (Löfflerturm)10. Marterturm

Kahla umfasst eine fast vollständig erhaltene Stadtmauer, die aber meist überbaut und dadurch nicht immer direkt sichtbar ist. Trotz alledem hat sie nichts von ihrer imposanten Ausstrahlung eingebüßt. Nach dem Grafenkrieg 1345 wurde die Stadtbefestigung verstärkt. Sie bestand damals aus drei Toren, sechs Türmen und zwei Pforten. Von den Türmen ist u. a. der Marterturm erhalten geblieben. Im Volksmund wird der Marterturm auch als Löfflerturm bezeichnet.
Marktbrunnen2. Marktbrunnen

Der Marktbrunnen mit der "Heiligen Margaretha" aus Bronze wurde 2002 errichtet.
Vorbild war ein Brunnen aus dem Jahre 1463, der zur Frischwasser-
versorgung der Stadt diente. Ursprünglich bestanden sowohl Rohre als auch der Brunnen selbst aus Holz. 1844 wurden die Rohre durch steinerne und eiserne ersetzt. Anknüpfend an eine alte Tradition wird am 2. und 3. Oktober das Marktbrunnenfest gefeiert.

  Hofstatt6. Hofstatt

Hinter dem Rathaus befindet sich die Hofstatt (Hofstätte).
Hier waren die Wohnungen der städtischen Landarbeiter sowie die von ihnen versorgten Viehstallungen und benutzten landwirtschaftlichen Geräte untergebracht.
  Malzturm11. Malzturm & -darre

Der Malzturm ist einer der erhaltenen Türme der Stadtmauer.
Hinter der Mauer verbirgt sich die Malzdarre. Hier wurde früher das zum Bierbrauchen benötigte Malz in Regalen, so genannten Darren, gedörrt.
Eckhaus3. Eckhaus

Das Eckhaus August-Bebel-Straße und Jenaische Straße zählt zu den ältesten Häusern der Altstadt. Es besticht durch sein liebevoll restauriertes Fachwerk und ist heute Teil eines Hotels.
Das Gebäude ist in der Nähe der historischen Stadtbefestigung und des früheren "Jenaischen Tores" gelegen.
Teile der Stadtmauer kann man wenige Schritte entfernt sehen.
  Marktpforte7. Marktpforte

Die erst 1906 hergestellte Marktpforte verbindet die historische Altstadt mit der Bachstraße und den dahinter liegenden neu entstandenen Stadtteilen.
Früher führten sie durch das Gebäude des Restaurants "Fürstenkeller".
1995 wurde der Komplex komplett erneuert und der Durchgang direkt "über" die Stadtmauer in den Neubau einbezogen.
  Kirche St. Nikolaus12. Kirche St. Nikolaus

Wie die Inschrift an der Eingangsseite bezeugt, wurde die zu einem Hospital gehörende Kirche im Jahre 1486 neu errichtet. Von etwa 1550 bis Ende des 19. Jahrhunderts diente sie vorwiegend als Kapelle des ehemals benachbarten "alten Friedhofs", zeitweise aber auch als Ausweichstätte für die Stadtkirche, wenn dort Umbauten oder Reparaturen anstanden. Seit Mitte der 1950er Jahre ist sie Domizil der katholischen Gemeinde.

schön sanierte Häuser4. Burg & Stadtkirche

An dieser Stelle könnte der Ursprung Calos (Kahla) liegen.
Das Wort "calo" bedeutet althochdeutsch nackt, unbelaubt, kahl.
Die Burg stand auf einem mächtigen Sandsteinfels. Die Fläche war, im Gegensatz zu der waldreichen Umgebung, kahl.
Im Grafenkrieg um 1345 wurde die Burg gestürmt, vernichtet und nicht wieder aufgebaut.
Heute hat sie ein eigenes Flair mit schön sanierten Häusern.
  Historisches Amtsgericht8. Historisches Amtsgericht

Das Gebäude mit dem schmiede-
eisernen Tor an der Westseite des Marktplatzes war das ehemalige Herzogliche Amtsgericht. Es wurde 1898/99 erbaut. Nachdem die Gerichtsbarkeit verlagert wurde, beherbergte es verschiedene Institutionen wie Polizei, Musikschule und Bibliothek.
Seit 2010 wird es umfassend saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.
  Stadtmuseum13. Stadtmuseum

Unser Stadtmuseum besteht aus zwei Häusern, die optisch getrennt, aber nach einer umfassenden Sanierung zu einem Gebäude wurden. Im 16. Jh. als Bürgerhaus mit Stadtlehnpflich erbaut, waren sie von 1620 bis 1680 im Besitz verschiedener Handwerker- und Kaufmannsfamilien.
Der Volksmund benannte das Haus nach der letzten Kaufmannsfamilie "Metzernesches Haus".
Auffällig ist das Ornament der Fächerrosetten im Fachwerksbereich.

StadtkircheDie Stadtkirche "Sankt Margarethen" im Eingangs-
bereich der Burg ist der Schutzheiligen unserer Stadt gewidmet. Sie steht wahrscheinlich an der Stelle einer ehemaligen Burgkapelle und eines romanischen Vorgängerbaus. Von 1411-1495 erfolgte ein grundlegender Neubau. Dieser erhielt 1791-1793 vor allem durch Erhöhung des Langhauses seine heutige äußere Gestalt.

Luther predigte 1524 in der Kirche. Die Kantorei der Kirche ist nach dem aus Kahla stammenden "Lieder- und Tondichter" Johann Walter benannt, der Luthers Ideen auf musikalischem Gebiet unterstützte.
  Bürgerhäuser9. Bürgerhäuser

In der Roßstraße 32 war ehemals eine Posthalterei mit Übernachtung und Pferdeausspann untergebracht. Die Häuser Nummer 6 und 7 sind Kahlas älteste steinerne Bürgerhäuser (16. Jh.). Die großen Toreinfahrten zeugen davon, dass das Anwesen auch landwirtschaftlich genutzt wurde. Man konnte so den Innenhof mit Pferde- oder Ochsengespann erreichen.
Typisch für Kahla und noch gut erhalten sind Laubengänge an Gebäuden und Innenhöfen.
  StadtmuseumDas Museum entstand zu DDR-Zeiten als Traditions-
kabinett des Porzelanwerkes und wird heute als Stadtmuseum weitergeführt. Es bietet einen Einblick in die Geschichte Kahlas und der näheren Umgebung.
Im Erdgeschoss befindet sich die Tourist-Information Saaleland. Durch ihr vielfältiges Angebot ist sie Anlaufpunkt für Gäste und Einheimische gleichermaßen.
Legende und Karte für den historischen Stadtrundgang.
Wer unsere Altstadt kennen lernen möchte, erkundet sie am besten zu Fuß.
Der zentral gelegene Marktplatz mit dem Rathaus und Marktbrunnen ist der ideale Ausgangspunkt für den Altstadtrundgang durch Kahla.
Folgen Sie der Nummerierung von 1 bis 13 und der grünen Pfeillinie.

Hier können Sie sich den kompletten Stadtrundgang im Adobe Reader PDF Format herunter laden.